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Ina Frosch

Lisabeth und Leonie

Lisabeth_und_Leonie

Die Corona-Krise ist besonders für Eltern und ihre Kinder schwer, umso mehr, wenn die Kinder noch klein sind und die Situation nicht verstehen können. Mit meinen Geschichten von Lisabeth und Leonie versuche ich, einzelne Aspekte verständlich zu machen und zu zeigen, wie wir uns die Zeit dennoch schön machen können.
Lisabeth ist drei und wegen Corona darf sie nicht in den Kindergarten. Das findet Lisabeth ziemlich doof, aber zum Glück muss ihre große Schwester Leonie auch zu Hause bleiben. Gemeinsam erleben die beiden auch zu Hause ein paar tolle Sachen. Feiert mit Lisabeth und Leonie Palmsonntag und Ostern und hört, wie die beiden trotz der Kontaktsperre schaffen, die Großeltern zu „besuchen“.

Hier geht‘s zu den Geschichten:
Lisabeth darf nicht in den Kindergarten
Lisabeth geht Spazieren
Lisabeth feiert Palmsonntag
Der Camping-Urlaub
Ostern bei Lisabeth und Leonie
Lisabeth und Leonie bei den Großeltern

Viel Spaß mit Lisabeth und Leonie!

Eure Ina Frosch

P.S.: Leider haben meine Geschichten noch keine Illustrationen.
Du zeichnest gerne Kinderbilder oder kennst eine/n Illustrator/in, die Lust hätte, Bilder zu meinen Texten zu malen?
Dann schreib mir eine Mail an inafrosch@gmx.de !

Lisabeth darf nicht in den Kindergarten

Lisabeth ist sauer. Sie ist doch gerade erst in den Kindergarten gekommen und jetzt darf sie schon nicht mehr hingehen. Dabei hat sie im Kindergarten eine neue Freundin gefunden, Annika, und mit der darf Lisabeth auch nicht spielen. Lisabeth wirft sich auf den Boden und heult wütend.
Aber Mama nimmt Lisabeth auf den Schoß und tröstet sie. Sie erklärt Lisabeth, warum sie nicht in den Kindergarten darf. Sie sagt, dass es gerade eine Krankheit gibt, die man bekommen kann, wenn man sich mit anderen Menschen trifft. Und deswegen darf Lisabeth sich auch nicht mit Annika treffen.
Das versteht Lisabeth. Sie möchte nicht krank werden und sie möchte auch nicht, dass Annika krank wird. Also bleibt Lisabeth erst mal zu Hause.
Auch Mama bleibt zu Hause und denkt sich für Lisabeth und ihre Schwester Leonie Spiele aus. Leonie spielt sonst nie mit Lisabeth. Sie ist zwei Jahre älter als sie und spielt lieber mit ihren eigenen Freundinnen. Aber Leonie darf auch nicht raus und mit den Freundinnen spielen, also spielt sie heute mit Lisabeth. Das ist toll!

Mama zeigt Lisabeth und Leonie, wie man einen Würfel bastelt. Das ist noch ein bisschen zu schwer für Lisabeth, deshalb hilft Leonie ihr den Würfel zu basteln. Auf ihre Würfel malen Lisabeth und Leonie lustige Symbole und die sagen dann, was sie als nächstes tun. Lisabeth würfelt eine Sonne, das heißt sie spielen im Garten. In den Garten dürfen Sie, denn dort sind ja keine anderen Menschen. Und frische Luft ist gesund, sagt Mama. Lisabeth versucht ganz viel frische Luft einzuatmen, damit sie ganz lange gesund ist.

Nach dem Mittagessen soll Lisabeth einen Mittagsschlaf machen. Im Kindergarten macht sie das immer, aber jetzt ist alles so aufregend, wie soll Lisabeth denn da ruhig im Bett liegen?
Damit Lisabeth zur Ruhe kommt, wie Mama sagt, liest sie ihr eine Geschichte vor und das beste ist, Lisabeth darf die Geschichte aussuchen. Sie weiß natürlich genau, welche Geschichte sie sich aussucht, nämlich ihre Lieblingsgeschichte. Und während Mama die vorliest, kuschelt Lisabeth sich in ihr Kissen und hält ihren Lieblingsteddy im Arm. Den hat sie im Kindergarten auch nicht dabei. Eigentlich, denk Lisabeth, ist zu Hause sein auch ganz schön!
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Lisabeth geht spazieren

Lisabeth_geht_spazieren

Lisabeth ist zappelig. Seit einer Woche ist sie jetzt schon zu Hause und sie hat keine Lust mehr dazu. Sie fragt Mama, wann sie endlich wieder raus darf, aber Mama sagt nur, dass es noch nicht geht, weil sich die Krankheit wegen der sie zu Hause bleiben müssen, immer noch ausbreitet. Lisabeth wird wütend. Sie schnappt sich ihre Schuhe und schmeißt sie durch die Gegend, da kann Mama mal sehen. Aber nun wird auch Mama wütend.
"Elisabeth", sagt sie. Wenn Mama Elisabeth sagt, dann weiß Lisabeth dass sie jetzt wirklich wütend ist, dann sagt sie lieber nichts mehr.
"Wenn Du raus möchtest, dann geh in den Garten. Dort kannst Du an der frischen Luft spielen, so viel Du willst. Und sei froh, dass wir den Garten haben. Andere Kinder wohnen in einer Wohnung, die können auch nicht rausgehen.
Lisabeth geht in ihr Zimmer und schmollt. Sie mag es nicht, wenn Mama so mit ihr schimpft. Aber bald kommt Mama ins Kinderzimmer und sagt Lisabeth, dass es ihr leid tut. Sie wollte nicht schimpfen, aber für sie ist es auch nicht einfach, nicht raus zu können. Dann fragt Mama Lisabeth und Leonie, ob sie Lust haben, am Nachmittag spazieren zu gehen.
"Aber Ihr müsst mir versprechen, dass Ihr Euch von anderen Kindern fernhaltet und tut, was ich sage."
Lisabeth und Leonie versprechen es feierlich und am Nachmittag gehen sie mit Mama spazieren.
Es sind gar nicht viele Leute auf den Straßen und alle halten ganz viel Abstand. Unterwegs treffen sie eine Nachbarin. Mama bleibt auf dem Bürgersteig stehen und unterhält sich mit der Nachbarin über die ganze Straße. Sie geht nicht rüber, wie sie es sonst tun würde. So können sich Mama und die Nachbarin nicht mit der Krankheit anstecken.

Beim Spazierengehen entdeckt Lisabeth in einem Fenster ein Regenbogen aus Papier. Sie zeigt ihn Mama und die erklärt ihr, dass das bedeute, dort wohnt auch ein Kind, das gerade zu Hause bleiben muss. Lisabeth und Leonie entdecken noch ganz viele Regenbögen und manche von ihnen sind an Fenstern hoch oben in den Häusern.
"Siehst Du, Lisabeth", sagt Mama, "die Kinder die hier wohnen, haben keinen Garten zum Spielen. Wenn sie raus wollen, können Sie höchstens auf den Balkon gehen." Lisabeth wird ganz still. Sie ist wirklich froh, dass sie einen Garten zum Spielen hat.

Auf dem Weg zurück nach Hause spielen Lisabeth und Leonie, wer zuerst einen Regenbogen sieht. Sie beschließen, auch einen Regenbogen für ihr Fenster zu basteln, damit Kinder, die vorbei gehen, auch ihren Regenbogen zählen können und wissen, sie bleiben auch zu Hause.
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Lisabeth feiert Palmsonntag

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Heute ist Palmsonntag. Das ist ein Fest in der Kirche, bei dem die Menschen feiern, dass Jesus nach Jerusalem gegangen ist, um dort den Menschen von Gott zu erzählen.
Normalerweise treffen sich alle in der Kirche und hören die Geschichte von Jesus Einzug in Jerusalem. Aber im Moment ist alles ganz anders als normalerweise, das hat Lisabeth schon verstanden.
Leonie erzählt, dass sie letztes Jahr an Palmsonntag aus Zweigen einen kleinen Baum gebastelt haben, an dem sie bunte Bänder gehängt haben, das war der Palmstock. Lisabeth war auch dabei, aber sie kann sich nicht mehr erinnern, weil sie noch ein Baby war.

Lisabeth möchte auch einen Palmstock basteln und Palmsonntag feiern. Sie findet es ungerecht, dass Leonie das schonmal gemacht hat und sie nicht. Aber Mama hat eine Idee. Sie geht zu Papa und redet mit ihm, dann fangen beide an zu lächeln. Papa holt die Heckenschere und fängt an, die Hecke zu schneiden.
Nanu? Lisabeth wundert sich. Warum schneidet Papa denn jetzt die Hecke?
Aber dann bringt Papa einige der Zweige, die er gerade abgeschnitten hat, ins Wohnzimmer und Mama sagt: „So, wir basteln jetzt Palmstöcke!"
Lisabeth freut sich und ist schon ganz aufgeregt.

Mama hat buntes Krepppapier geholt, das ist noch vom Laternenbasteln im letzten Herbst übrig. Sie schneidet es in Streifen und schon haben sie viele bunte Bänder. Mama bindet die Zweige zu Büschen zusammen und dann dürfen Lisabeth und Leonie die Büsche mit den bunten Krepppapierbändern schmücken. Das geht ganz leicht und macht viel Spaß. Einige der Büsche bindet Mama an lange Stöcke und steckt sie im Garten in die Wiese, andere stellt sie in kleine Vasen auf den Tisch im Esszimmer und auf den im Garten. Jetzt sieht es bei Lisabeth zu Hause schon ganz schön bunt aus.
"Frühlingsbunt", sag Leonie und klatscht in die Hände.

Jetzt feiern Lisabeth und ihre Familie Palmsonntag. Mama liest die Geschichte vor, wie Jesus auf einem Esel durch das Tor von Jerusalem ritt und die Leute ihre Kleidung vor Jesus Füße warfen, um ihn zu begrüßen. Das findet Lisabeth ein bisschen komisch. Aber Mama erklärt, dass die Straßen damals aus Sand waren und die Menschen nur Sandalen hatten.
„Sie wollten nicht, dass Jesus Füße dreckig wurden", sagt Mama. „Deswegen haben sie ihre Kleider auf die Straße gelegt."
Manche Menschen haben auch Palmzweige auf die Straße geworfen und deswegen basteln wir heute Palmzweige.
„Sie sind ein Symbol der Hoffnung, dass Jesus bei uns ist", sagt Mama.
Dann singen sie noch ein paar Lieder, die Leonie aus dem Kindergarten kennt. Eines kennt sogar Lisabeth schon und sie freut sich, dass sie mitsingen kann.

Zum Schluss segnet Papa die Palmzweige. Das bedeutet, dass er Gott um seinen Schutz bittet, damit die Palmzweige Lisabeths Familie Glück bringen. Lisabeth findet aber, sie haben schon ein bisschen Glück gebracht. Weil Palmstöcke Basteln Spaß macht, weil die Zweige den Garten so schön aussehen lassen und weil Lisabeth mit ihrer Familie Palmsonntag gefeiert hat.
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Der Camping-Urlaub

Leonie ist traurig. Eigentlich wollten die Eltern in den Osterferien mit ihr und Lisabeth in den Campingurlaub fahren, aber das geht jetzt natürlich nicht. Wegen der Krankheit müssen sie ja zu Hause bleiben.
Leonie hatte sich schon so auf den Campingurlaub gefreut. Um sie aufzumuntern, sagt Lisabeth: "Aber wir können ja zu Hause Campingurlaub machen."
Lisabeth weiß gar nicht so genau, was Campingurlaub eigentlich ist, aber bestimmt können sie es irgendwie zu Hause machen. Alles andere machen sie ja gerade auch zu Hause. Sogar Arbeiten kann man von zu Hause, das weiß Lisabeth von Papa.
"Das geht doch nicht, Dummerchen!", sagt Leonie.
Sie erklärt Lisabeth, dass man für den Campingurlaub ein Zelt braucht und einen Campingplatz, auf den man das Zelt stellen kann.
"Das kann man nicht zu Hause machen.", sagt sie.
Aber dann kommt Leonie eine Idee. Lisabeth merkt es daran, wie Leonie plötzlich lächelt.
Leonie läuft ins Kinderzimmer und holt die schwere Decke, die am Tag über ihrem Bett liegt. Mama ist erst nicht so begeistert, aber weil Leonie wegen des Campingurlaubs so traurig ist, hilft sie ihr trotzdem.
Gemeinsam schieben die beiden Stühle aus dem Esszimmer ins Wohnzimmer. Lisabeth sieht staunend zu. Zum Schluss legt Leonie mit Mamas Hilfe die schwere Decke über die Stühle und sagt zufrieden: "So, jetzt haben wir ein Zelt!"
Lisabeth hat auch eine Idee. Aus ihrem Bett holt sie ihre Bettdecke. Die ist so schwer, dass Lisabeth sie kaum alleine tragen kann, aber jetzt hilft Leonie ihr.
Sie legen die Bettdecke auf den Boden zwischen die beiden Stühle, dann holen Sie noch ein paar Kissen und Lisabeths Teddy. Jetzt ist es in ihrem Zelt total gemütlich und Lisabeth und Leonie wollen gar nicht mehr rauskommen.

Mittags kommt Papa aus seinem Zimmer, wo er jetzt immer arbeitet und entdeckt Leonies und Lisabeths Zelt.
"Was macht ihr denn?", fragt er und lacht.
"Wir machen Campingurlaub", sagt Lisabeth.
"Mhm, mhm", macht Papa. "Das bringt mich auf eine Idee! Was haltet ihr davon, wenn wir unseren Campingurlaub einfach im Garten machen? Wir bauen das kleine Zelt auf und ihr könnt darin schlafen, dann ist es fast so als würden wir wirklich campen."
Das finden alle gut, sogar Mama. Also baut Papa ihr kleines Zelt im Garten auf und Mama schmiert für alle Brote.
Später am Tag macht Mama mit Lisabeth und Leonie einen Teig für Stockbrote und Papa zündet ein Feuer in der Feuerschale im Garten an. Nun haben sie ein richtiges kleines Lagerfeuer.
Im Zelt ist es auch richtig gemütlich und wenn man mal aufs Klo muss, kann man einfach die Toilette im Haus benutzen.
Bevor sie schlafen, schauen sich Leonie und Lisabeth noch die vielen Sternen im Himnel an.
"Das gehört zum Campingurlaub dazu", erklärt Leonie.
Lisabeth findet, Campingurlaub macht wirklich Spaß!
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Ostern bei Lisabeth und Leonie

Ostern_bei_Lisabeth

Leonie ist traurig. Eigentlich wollten die Eltern in den Osterferien mit ihr und Lisabeth in den Campingurlaub fahren, aber das geht jetzt natürlich nicht. Wegen der Krankheit müssen sie ja zu Hause bleiben.
Ostern bei Lisabeth und Leonie
Endlich ist Ostern! Lisabeth hat sich schon total darauf gefreut.
In den letzten Tagen hat Mama ihnen Geschichten erzählt über Jesus Christus, wegen dem sie Ostern feiern, und über den Osterhasen. Die Geschichten von Jesus hat Lisabeth noch nicht so ganz verstanden. Nur, dass er alle Menschen ganz doll lieb hat und gestorben ist, um sie zu retten.

„Aber warum feiern wir denn, dass er gestorben ist?", fragt Leonie empört.
„Wir feiern nicht, dass er gestorben ist, sondern dass er auferweckt wurde", erklärt Mama.
„Das bedeutet, dass er nicht mehr tot war, sondern in den Himmel kam, wo er ewig lebt. Er war Gottes Sohn und dank ihm kommen jetzt alle Menschen in den Himmel."
„Ist Oma Laura auch im Himmel?", fragt Lisabeth.
Sie kann sich nicht an Oma Laura erinnern, aber Mama und Papa sprechen manchmal von ihr und sagen, „als sie noch gelebt hat“.
„Ja, genau. Und in ganz vielen Jahren, wenn wir mal sterben, kommen wir auch in den Himmel.“
Weil Lisabeth und Leonie Mama ganz entsetzt ansehen, fügt sie schnell hinzu: „Aber das dauert noch sehr lange.“

Die Geschichten vom Osterhasen haben Lisabeth besser gefallen. Mama hat erzählt, dass der Osterhase Eier bunt färbt und sie in der Nacht vor Ostern in den Gärten der Kinder versteckt.
Lisabeth läuft schnell zum Fenster und schaut in den Garten. Den Osterhasen kann sie aber nicht entdecken.
Hoffentlich ist er nicht wegen dieser Krankheit zu Hause geblieben so wie sie. Oder noch schlimmer: Was, wenn er selbst krank geworden ist?
Weil sie sich so Sorgen macht, weckt sie Leonie und fragt: "Glaubst Du, der Osterhase kann auch krank werden?"
Leonie schüttelt den Kopf.
„Quatsch, Dummkopf. Der Osterhase ist doch ein Tier und kein Mensch. Außerdem ist er magisch! Der wird nicht krank."

Zum Frühstück gibt es Hefezopf, den hat Mama gestern gemacht und Lisabeth und Leonie haben geholfen. Sie haben kleine Brötchen gemacht, indem sie Teig zu kleinen Kugeln geformt und diese dann mit auf Mamas Backblech gelegt haben. Ein Brötchen für jeden aus Lisabeths Familie.
Durch das Backen ist der Teig aufgegangen, das heißt, er ist größer geworden und so sind die Brötchen ganz schön groß. Und lecker sind sie auch.
Es gibt auch bunte Eier zum Frühstück, die hat Mama gefärbt.
„Nachher gehen wir in den Garten und schauen, ob der Osterhase Euch auch was gebracht hat", sagt Mama.
Im Garten nach den Eiern zu suchen, die der Osterhase versteckt hat, macht Spaß. Lisabeth und Leonie klettern zwischen den Büschen herum und schauen überall nach.
Unter einem Strauch entdeckt Leonie sogar einen Schokohasen. Ob Lisabeth wohl auch so einen findet?
Mama hebt sie auf das Spielhäuschen. "Schau mal dort, aber fall nicht runter."
Als Leonie auch auf das Häuschen klettern will, sagt Papa: „Leonie, lass Lisabeth mal dort suchen. Du kannst hier mit mir gucken.“
Lisabeth sieht sich genau um. Auf einmal entdeckt sie etwas Goldenes, in dem kleinen Spalt unter der Rutsche, die zu Boden führt. Ein Schokohase! Jetzt hat Lisabeth auch einen. Sie kann es kaum erwarten, den Hasen Mama und Papa zu zeigen. Schnell klettert sie in die Rutsche und rutscht runter.
„Guck mal, Mama! Ich habe einen Hasen", ruft sie.

Am Nachmittag machen Sie noch einen Spaziergang im Wald. Lisabeth und Leonie pflücken Blumen und gucken, ob sie nicht noch irgendwo Eier finden. Aber Papa sagt, dass die Eier im Wald bestimmt schon von den Kindern gefunden worden sind, die keinen eigenen Garten haben.
Schließlich gehen sie wieder nach Hause.
Lisabeth ist schon fast müde. Der Tag war ganz schön aufregend. Aber Mama hat noch etwas vor mit ihnen.
Sie nimmt die Blümchen und Gräser, die Lisabeth und Leonie beim Spazierengehen gesammelt haben und füllt sie mit Wasser in eine leere Eierschale.
„Das stellen wir jetzt ins Gefrierfach und dann haben wir morgen Eiseier", erklärt sie.
„Ist denn morgen schon wieder Ostern?, fragt Lisabeth aufgeregt.
„Nein. Ostern ist nur einmal im Jahr", sagt Mama.
„Aber noch ist es nicht vorbei. Wir machen uns morgen einfach noch einen schönen Tag."
Das findet Lisabeth super. Wenn man weiß, dass morgen ein schöner Tag wird, kann man ganz leicht ins Bett gehen.
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Lisabeth und Leonie bei den Großeltern

Lisabeth_bei_den_Großeltern

Nun sind Lisabeth und Leonie schon drei Wochen zu Hause und ihnen ist manchmal ganz schön langweilig. Aber vor allem vermissen sie ihre Großeltern. Lisabeth fragt Mama, ob sie nicht wenigstens die besuchen können, aber Mama erklärt Lisabeth, dass Corona besonders für alte Menschen gefährlich ist.
"Wenn Sie sich mit der Krankheit anstecken, können sie sehr krank werden", sagt Mama. "Also müssen Oma und Opa besonders gut auf sich aufpassen!"
Auf einmal bekommt Lisabeth ganz große Angst und sie umarmt Mama so fest sie kann. Erschrocken fragt sie: "Aber Mama, sind Papa und Du nicht auch alt?"
"Dummerchen," sagt Leonie. "Mama und Papa sind doch viel jünger als Oma und Opa!"
Mama lacht und gibt Leonie recht. "Ja, wir sind jünger als Oma und Opa, aber wir passen einfach trotzdem gut auf uns auf!"

Jeden Tag telefoniert Mama mit Oma und manchmal dürfen auch Lisabeth und Leonie auch mit ihr sprechen. Aber beim Telefonieren kann immer nur einer reden und sehen kann man sich auch nicht, deshalb findet Leonie, das es gar nicht wie ein richtiger Besuch bei Oma und Opa ist.
Aber eines Morgens kommt Mama ins Spielzimmer und sagt zu Lisabeth und Leonie: "Kommt doch mal bitte ins Wohnzimmer, Ihr zwei. Ich habe eine Überraschung für Euch!"
Überraschungen sind toll. Lisabeth und Leonie laufen neugierig ins Wohnzimmer. Und was sie dort entdecken, lässt sie staunen. Dort im Fernseher sehen Sie Oma und Opa, die winken und "Hallo Kinder" sagen.

Oma erzählt, dass der nette Junge von nebenan ihnen den Videochat eingerichtet hat. Videochat ist wie Telefonieren, nur dass man sich dabei sehen kann. Und man kann Oma und Opa das Bild zeigen, dass man gerade malt. Lisabeth läuft schnell ins Spielzimmer und holt es.
Oma und Opa loben Lisabeth Bild und sagen, wie sehr sie sich freuen, endlich mal wieder ihre Enkel zu sehen.
Mama freut sich auch, weil sie nun mal ein paar Dinge erledigen kann, während Lisabeth und Leonie mit Oma und Opa sprechen.
Oma verspricht, dass sie jetzt ganz oft videochatten.

Okay, denkt Leonie, umarmen kann sie die Großeltern zwar noch nicht, aber sie zu sehen ist schon mal viel besser!
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